Rentenreform

Parteien, reisst euch zusammen!

Die Altersvorsorge muss reformiert werden - so weit sind sich die Parteien einig. (Symbolbild)

Die Altersvorsorge muss reformiert werden - so weit sind sich die Parteien einig. (Symbolbild)

Für einmal sind sich die Parteien im Grundsatz einig: Die AHV muss reformiert werden. Denn die stagnierende Zahl der Beitragszahler kann die steigende Zahl der Rentner nicht mehr lange finanzieren. Das Ist-Modell ist überholt – so weit der Konsens.

Wie die gescheiterten Versuche der letzten Jahre zeigen, ist eine Reform der Altersvorsorge alles andere als einfach. Die Vorstellungen, wie diese am besten für die Zukunft gesichert werden soll, gehen diametral auseinander. Immerhin hat der Bundesrat seine Aufgaben gemacht und aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt. Er hat ein Paket geschnürt, das von einer Senkung der Rente absieht und gleichzeitig Forderungen aller Parteien aufnimmt. Der Haken: Er verlangt von den Parteien gleichzeitig auch Konzessionen. Es müssten also alle einen Schritt aufeinander zugehen, um die Reform zum Erfolg zu bringen.

Bevor die konkreten Massnahmen gestern präsentiert wurden, hagelte es Kritik. SVP und Gewerbeverband forderten ein höheres Rentenalter. Auch die FDP liebäugelt damit. Alleine die CVP hält dem Bundesrat die Stange. Zwar verfasste die SP ein äusserst konziliantes Communiqué. Doch auch in den eigenen Reihen stösst Sozialminister Alain Berset auf Gegenwehr. Die SP-Frauen wollen die Erhöhung des Frauenrentenalters partout nicht akzeptieren.

Das ist höchst bedauerlich. Denn die Vernehmlassung ist vorbei. Es ist an der Zeit, von den Extrempositionen abzurücken; Zeit, einen Kompromiss einzugehen, um die Altersvorsorge nicht nur für morgen und übermorgen, sondern für die Zukunft zu sichern.

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