Wahlen Zürich

Ökonomie statt Ökologie punktet

Die beiden FDP-Regierungsräte Thomas Heiniger und Carmen Walker-Späh (neu)

Die beiden FDP-Regierungsräte Thomas Heiniger und Carmen Walker-Späh (neu)

Die FDP ist die Siegerin der Zürcher Wahlen: Erstens konnte sie den zweiten Sitz im Regierungsrat verteidigen, zweitens acht Sitze im Kantonsrat zulegen und drittens erstmals seit 24 Jahren wieder gewinnen.

Damit setzt sich in Zürich der für die FDP positive Trend aus Baselland und Luzern fort. Die grossen Verlierer sind die Grünen und die Grünliberalen: Die Grünen verlieren nicht nur den Regierungssitz, sondern mit der GLP zusammen elf Sitze im Kantonsparlament. Das Fazit insgesamt: Der Kanton Zürich hat einen Rechtsrutsch erfahren. 

Die Entwicklung ist erklärbar: Vor vier Jahren beherrschte der Fukushima-GAU die Agenda im Wahlkampf. Mit dem Atomausstieg haben Grüne, GLP und auch BDP gepunktet. Mittlerweile drängen andere Themen in den Vordergrund – wirtschaftliche statt ökologische. Das kritische Verhältnis zur EU, die unsichere Wirtschaftslage, die Frankenstärke und das Misstrauen bei sozialen Themen spielten bürgerlichen Lösungen in die Hände.

Deshalb verloren GLP und BDP an die FDP, die wirtschaftliche Stabilität verspricht. Aus dem gleichen Grund verloren die Grünen an SP und Alternative Liste, die soziale Sicherheit anbieten.

Zürich hat keine konservative Revolution erfahren, sondern eine Korrektur gegenüber 2011. In der Regierung stehen wieder fünf Bürgerliche zwei Linken gegenüber (zuletzt 4:3). Im Kantonsrat haben SVP, FDP und CVP die absolute Mehrheit zurückerobert.

Die grosse Abhängigkeit der Bürgerlichen von den Kleinparteien ist Geschichte. Die Zürcher Politik bietet nun vor allem eines: Berechenbarkeit. Genau das ist in unsicheren Zeiten gefragt.

Und was bedeuten die Zürcher Wahlergebnisse für die nationalen Wahlen vom Oktober? Bundesbern wird nach rechts rücken und «Ökonomie statt Ökologie» die Tagesordnung bestimmen.

juerg.krebs@azmedien.ch

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