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Glencore, der Zuger Rohstoffgigant: -65% im 2015

"Money» - der tägliche Börsenblog von François Bloch.

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Im Börsen-Blog «Money» porträtiert der Experte François Bloch jeden Tag eine schillernde oder eine schlingernde Aktie. Heute: die Aktie des Zuger Rohstoffgiganten Glencore.

Situation: «Never catch a falling knife», wird immer mehr zur traurigen Realität in Sachen Glencore (Börsensymbol: GLEN LN) und ein Ende der Talfahrt des Papiers an der Londoner Börse ist leider nicht in Sicht.

Seit dem freitäglichen Fall unter die Kursmarke von 100 Pence haben internationale Grossinvestoren ohne mit der Wimper zu zucken zusätzliche Papiere auf den Markt geworfen.

Und ein Ende dieser konzentrierten Verkäufe ist erst für Ende Woche vorgesehen. Die Verantwortlichen hatten vor kurzem grossen Mut bewiesen, als sie bei der Kapitalerhöhung in grossen Mengen mitgemacht haben, wobei CEO Ivan Glasenberg mit einem dreistelligen Millionenbetrag an vorderster Front im Spiel war.

Mit einem Verlust von nochmals 20% im Kurswert seit der vor kurzem erfolgten Fixierung wird der Mut mit gutem Beispiel voranzugehen, welcher ich hoch anerkenne, finanziell sehr hart bestraft. Die Prämien, welche momentan für Put Optionen bezahlt werden, erreichen nun laut meinen Modellen neue Höchststände. Das verheisst nichts Gutes für die montägliche Eröffnung an der Londoner Börse. Der Verkauf von wichtigen Unternehmensanteilen ist in Planung, um die Kapitalbasis der Glencore zu verstärken. Dies wäre ein mehr als wichtiger Schritt, um das Vertrauen der Anleger wieder zu stärken. Speziell die hohen Ausschüttungen an die Aktionäre in den letzten Jahren werden nun verstärkt in Frage gestellt. Im Speziellen leidet das Unternehmen auch unter dem tiefen Kupferpreis, welcher die Talfahrt der Aktien beschleunigt hat. Hier sollte die Handelsdevise heissen: Abwarten und Tee trinken, denn bald erreicht das Papier ein wirklich attraktives Kursniveau.    
 
Ratschlag: Verkaufen – Titel ist beim besten Willen überteuert. Das aktuelle Kurs-/Gewinnverhältnis von 13.2 Punkten laut Datenbank scheint mir beim besten Willen zu tief zu sein und gibt die wahre Gewinnsituation nicht genau wieder  -- Kaufmonitor: (ausgesetzt) – Erst bei einem Kursstand von unter 90 Pence kommt der Titel auf unseren Beobachtungsmonitor. Momentan lässt sich der freie Fall an der Londoner Börse nicht aufhalten. Dieses Papier ist nur für einen spekulativen Käufer geeignet, welcher Nerven wie Drahtseile besitzt.

Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Wir übernehmen keine Verantwortung.

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