Pizza-Tour

Ligurisches Spätsommer-Velo-Badewetter

Der Blick zurück auf Bonassola

Der Blick zurück auf Bonassola

Bei Nachmittagstemperaturen um die 30 Grad haben wir unseren Tagesablauf wieder auf Sommer umgestellt: Velofahren am Vormittag und Baden am Nachmittag. Die Cinque Terre eignen sich ja bestens für diese Kombination.

Samstag, 8. September. Kurz nach acht aus dem Hotel, so lässt sich der für die Cinque Terre so typische Aufstieg vom Küstendorf in die Hügel noch gut bewältigen. Diese Erkenntnis haben wir offensichtlich nicht allein gepachtet: Auf der Strasse, die sich von Bonassola zum Passo di Bracco windet und immer wieder wunderschöne Ausblicke auf die spektakuläre Küste freigibt, sind wir mit dutzenden von Rennvelofahrern unterwegs. Aber sonst - ab und zu ein Motorrad, selten ein anderes Motorfahrzeug.

Nicht anders ist es beim «Frühstücksdessert», der herrlichen Abfahrt auf der nach den letztjährigen Unwettern wieder toll hergerichteten Via Aurelia nach Sestri Levante: Zahlreiche Rennradgruppen, ein paar Motorradfahrer und ab und zu ein Lieferwagen. Die Autos brausen derweil ziemlich genau unter uns durch den Autobahntunnel. Gut so.

Beeindruckende Cinque Terre

Wir sind beide zum ersten Mal in den Cinque Terre und sind beeindruckt von dieser wohl einmaligen Küsten-Hügellandschaft. Wir können sehr gut nachvollziehen, dass das ein Wanderparadies sein muss. Und es ist leicht einzusehen: Geniessen kann man diese Gegend nur zu Fuss oder als «höhenmeterrespektloser» Velofahrer. Nur Wanderer und Radler können den Blick an diesen steilen Hängen stets und ungehindert nach oben und unten schweifen lassen. Gleichzeitig kann man nur so die Landschaft riechen. In den lichten Fichtenwäldern fühlt man sich manchmal wie in einem Fichtennadelbad.

Reisepsychologie eines Laien

Beim langen Aufstieg - immerhin von 0 auf 615 Meter - hat man natürlich auch Zeit, darüber nachzudenken, wer wohl aus welchem Grund welches Fortbewegungsmittel benutzt. Ich bin dabei zu folgendem Ergebnis gekommen:

Den Motorradfahrern geht es mehr ums Reisen als ums Ankommen

Bei den Autofahrern liegen die Prioritäten eher beim Ankommen als beim Reisen

Velofahrer wollen das Reisen ebenso geniessen, wie das Ankommen

Wanderer sind Menschen, die eigentlich gar nicht verreisen wollen

Zumindest heute haben die Beobachtungen beim Reisen meine Theorie bestätigt.

Und hier noch ein fälliger Nachtrag zu unserer Regel zu Restaurantauswahl in Italien: Auch in Bonassola haben wir nach längerem Suchen unser Vernünftig-Preis-Ristorante mit italienischer Kundschaft gefunden. Der ganze Branzino (Wolfsbarsch) mit Beilagen für 15 Euro war vorzüglich.

Unsere heutige Fahrt zum Bagno: Bonassola - Cavi di Lavagna, 41 km, 675 Hm

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