Interessen

Wo ist eure Heimat, liebe Jungfreisinnige?

Das Bundeshaus in Bern: m ihrer Forderung für einen Subventionsstopp von politischen Jugendorganisationen mehr Nachdruck zu verleihen, versuchten sie einen Parteikollegen aufzutreiben, der einen entsprechenden Vorstoss im Parlament einreicht - vergeblich.

Das Bundeshaus in Bern: m ihrer Forderung für einen Subventionsstopp von politischen Jugendorganisationen mehr Nachdruck zu verleihen, versuchten sie einen Parteikollegen aufzutreiben, der einen entsprechenden Vorstoss im Parlament einreicht - vergeblich.

Die Jungfreisinnigen forderten einen Subventionsstopp von politischen Jugendorganisationen. Dafür suchten sie einen Politiker, der im Parlament einen Vorstoss einreichte - und fanden ihn bei der SVP. Der Kommentar.

Die Jungfreisinnigen sind nicht für kommunikative Zurückhaltung bekannt – insbesondere seit ihnen der umtriebige Luzerner Maurus Zeier, der dank hervorragender Listenplatzierung intakte Chancen auf ein Nationalratsmandat hat, vorsteht. Schnell, manchmal vorschnell, reagieren sie auf politische Entscheide und haben sich deswegen auch schon Ärger mit der Mutterpartei eingehandelt. Auch inhaltlich liegen sie auffällig häufig nicht auf der gleichen Linie – etwa beim Bankgeheimnis, beim Gesetz zur Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs oder bei der Abgeltungssteuer.

Den Vogel abgeschossen haben die Jungfreisinnigen nun aber letzte Woche. Um ihrer Forderung für einen Subventionsstopp von politischen Jugendorganisationen mehr Nachdruck zu verleihen, versuchten sie einen Parteikollegen aufzutreiben, der einen entsprechenden Vorstoss im Parlament einreicht. Ohne Erfolg , wie sie in einem Communiqué unverhohlen vermerken. Offenbar wollte sich kein einziges Mitglied der FDP-Bundeshausfraktion vor den Karren der Jungen spannen lassen.

Fündig wurden Zeier und Co. hingegen bei Gregor Rutz, der sich «umgehend bereit erklärt» habe, als Briefträger zu walten. Rutz ist bekanntlich Präsident der «Interessensgemeinschaft Freiheit» und Nationalrat der – SVP. Man fragt sich: Haben die Jung-FDPler in der sommerlichen Hitze ihren politischen Kompass verloren? Ein Tipp aus der warmen Redaktionsstube: Spart doch künftig Zeit, liebe Jungfreisinnige, und präsentiert die eigenen Vorschläge gleich direkt der SVP-Fraktion, bevor ihr eure eigenen «Alten» damit behelligt.

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