Am Anfang des Smartphone-Booms stand das iPhone. Der Apple-Gründer und Visionär Steve Jobs hat es uns geschenkt. Nun gut, «geschenkt» ist in diesem Zusammenhang wohl das falsche Wort. Er hat es uns teuer verkauft. Coolness-Faktor und Lebensgefühl waren im Preis mit drin. So ähnlich machen das Coca-Cola und Red Bull.

Einen wichtigen Unterschied gibt es allerdings: Das iPhone war technisch revolutionär. Hauptkonkurrent Samsung und andere zogen rasch nach und brachten ihre ebenso teuren Oberklasse-Modelle gegen das iPhone in Stellung. Wer damals keine 800 Franken ausgeben wollte, konnte zwar schon zu Beginn der Smartphone-Ära zu günstigeren Alternativen greifen. Doch diese waren merkbar schlechter als die Topmodelle. Die Flaggschiffe von Apple, Samsung und Co. waren zwar deutlich teurer, konnten aber wesentlich mehr.

Das gilt heute nicht mehr. Hersteller wie Huawei, Xiaomi oder Wiko bieten inzwischen Modelle für unter 300 Franken an, die den Vergleich mit den Boliden von Apple oder Samsung nicht scheuen müssen. Die normalen Smartphone-Nutzer – und das sind über 90 Prozent – merken so gut wie keinen Unterschied mehr. Um es klar zu sagen: 500 Franken sind zum Fenster rausgeworfen. Der Name und ein allenfalls etwas höher auflösendes Display, das der Anwender beeindruckt auf dem Papier zur Kenntnis nimmt, aber in der Praxis niemals bemerkt, sind den Aufpreis nicht wert.

Wenn der Konsument das erst mal erkannt hat, wird der Druck auf die Platzhirsche der Branche wachsen. Sie müssen den Preisunterschied wieder rechtfertigen. Und zwar mit etwas, das dem Konsumenten einen echten Mehrwert bringt. Eine neue Revolution muss her. Da fällt mir ein: Mein Handy muss schon wieder an die Steckdose...