Wie wahr: «Wir Politiker sind Exhibitionisten», sagte SP-Nationalrätin Maria Bernasconi zur «NZZ» über ihren Rücktritt. Nicht alle, aber die meisten lieben das Bad in der Menge und lassen keine Möglichkeit aus, in ein Mikrofon zu hüsteln oder vor der Kamera zu labern. Nur wer gesehen, gehört oder gelesen wird, wird auch gewählt. Im Wahljahr fällt dies noch mehr auf. Kadenz und Lautstärke werden um ein Vielfaches erhöht und aufgedreht.

Diese Kolumne soll aber von jenen handeln, die Bern verlassen. Die einen haben es ausserplanmässig mit einem Knall getan – wie etwa SVP-Übervater Christoph Blocher. Andere beenden ihre Politkarriere auf Ende Legislatur, so leise, dass ihr Abgang nicht wahrgenommen wird. (Gemeint sind nicht die Hinterbänkler, die ihre Zeit nur abgesessen haben, sondern jene, die dem «Polteritum» wenig abgewinnen konnten.) Auch wenn sie gute Arbeit geleistet und Erfolge erzielt haben, bekamen sie nie die Anerkennung, die sie verdient hätten. Von den Knalltüten-Politikern wird man noch lange reden, von den besonnenen, ruhigeren Vertretern nach diesem Herbst nicht mehr. Den Lauten gehört die Welt. Und die Tendenz hin zum maximalen Volumen scheint nicht abzunehmen. Die Politik wird zusehends einfältiger, oberflächlicher und unreflektierter. Wo bleibt die sachliche Diskussion, die aufschlussreiche Debatte, die sich nicht am Parteiengesülze orientiert? Es ist Zeit, den Regler wieder hinunterzudrehen – den Mitmenschen zuliebe.

Apropos Weggehen: Dies ist meine letzte «Café Fédéral»-Kolumne. Ich danke fürs Lesen. Ich verabschiede mich – still und leise.