Bankgeheimnis

Teure Altlast

Das Bankgeheimnis wird noch länger Nachwirkungen haben. Symbolbild)

Das Bankgeheimnis wird noch länger Nachwirkungen haben. Symbolbild)

Das Bankgeheimnis für Ausländer ist passé. Zumindest europäische Steuersünder können hierzulande Vermögen kaum mehr vor dem Fiskus verstecken. Das heisst aber noch lange nicht, dass die Schweiz deswegen keine negativen Schlagzeilen mehr produziert.

Im Gegenteil: Nach den USA könnten neben Frankreich noch andere Staaten auf den Geschmack kommen und Banken in Verfahren verwickeln, weil sie steuersäumige Bürger betreut haben. Auch deren Finanzminister werden versuchen, ihre leeren Kassen mit happigen Bussen etwas aufzufüllen. Selbst der Direktor der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht befürchtet, dass es solche Fälle geben könnte.

Darüber zu lamentieren, ist müssig. Die Schweizer Finanzbranche hat allzulange Warnungen in den Wind geschlagen, auf das profitable Bankgeheimnis zu verzichten. Nun ist es kein Konkurrenzvorteil mehr, sondern nur noch eine teure Altlast. Die weiter Millionen kosten wird, selbst wenn das Drohpotenzial anderer Staaten geringer ist als dasjenige der Dollarmacht USA.

Was auch noch folgt, ist die Auseinandersetzung um das Bankgeheimnis im Inland. Einheimische Steuersünder sind gut beraten, sich frühzeitig darauf einzustellen, dass dieses auch in der Schweiz fallen wird. Zum einen fordern kantonale Finanzdirektoren zu Recht, Steuersünder mit gleich langen Spiessen aufspüren zu können wie die Finanzminister ausländischer Staaten. Zum anderen haben selbst Geldhäuser immer weniger Lust, ein Bankgeheimnis zu verteidigen, das nur noch Kosten verursacht.

@roman.seiler@azmedien.ch

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