Aktuell dreht sich dieser Streit bei der Revision des Tarmeds, des Tarifs für ambulante Behandlungen in Arztpraxen und Spitälern, um 1 bis 1,5 Milliarden Franken. Das sagt Santésuisse, der grössere der beiden Kassenverbände. Diese Summe entspricht drei bis fünf Prämienprozenten. Die Zeche berappen müssten die Grundversicherten.

Es ist gut, dass Santésuisse offenlegt, was die Ärztevereinigung FMH wirklich will. Falsch ist, dass sich der Kassenverband in den Schmollwinkel verzieht, und bei der neugegründeten Gesellschaft, welche den Tarmed überarbeiten soll, aussen vor bleibt.

Denn das Ziel der Beteiligten an der neuen Firma ist richtig: Das komplexe Tarifwerk muss dringend auf den neuesten Stand gebracht werden. Heute verdienen gewisse Fachärzte dank veralteten Berechnungen zu viel, Hausärzte zu wenig. Das gilt es zu korrigieren.

Diese Revision darf keinen Kostenschub auslösen, sonst wird die neue Struktur vom Bundesrat nicht abgesegnet. Das wissen alle Beteiligten. Daher gibt es für Santésuisse eigentlich keinen Grund, nicht mitzuziehen.

Ausser der eigenen Eitelkeiten: Santésuisse will sich offenbar nicht in eine Gesellschaft begeben, in welcher der neue Konkurrenzverband Curafutura mitreden kann. Letztlich müssen beide Kassenverbände ja das Gleiche anstreben. Nach der Revision darauf achten, dass sie den Prämienzahler nicht mehr kostet.