AKW

Streit um Beznau: Vorgeschmack auf Atom-Abstimmung

Seit einer Woche steht das AKW Beznau im Fokus der Atomgegner.

Seit einer Woche steht das AKW Beznau im Fokus der Atomgegner.

Wegen den bekannt gewordenen Unregelmässigkeiten am Reaktordruckbehälter des Atomkraftwerks Beznau streiten sich die Betreiberfirma Axpo und Greenpeace. Sie buhlen dabei beiden um den Zuspruch der Bürger. Wem soll der Laie glauben?

Für die AKW-Beznau-Betreiberfirma Axpo sind es Anzeigen, Befunde oder Messresultate. Für Greenpeace sind es Schäden, Schwachstellen oder Mängel.

Tatsache ist: Der 46-jährige Reaktordruckbehälter des Atomkraftwerks Beznau weist Unregelmässigkeiten auf. Ob sie eine Gefahr für die Sicherheit des AKW darstellen, lässt sich heute noch nicht beurteilen. Dennoch wird schon darüber gestritten, und dabei geht es nicht um die richtige Bezeichnung des Phänomens, sondern um Glaubwürdigkeit. 

Wem glaubt der Laie, der nicht überzeugter AKW-Befürworter oder langjähriger Atomgegner ist, in einem solchen Fall? Der Axpo, die von ein paar wenigen Stellen am Druckbehälter spricht und versichert, diese stellten laut allen bisherigen Erkenntnissen keine Gefahr dar? Oder Greenpeace, dessen Aktivisten vor einem Jahr das AKW-Gelände in Beznau stürmten und dessen Atomexperte heute warnt, die Gefahr eines Super-GAU in Beznau sei gestiegen?

Auf jeden Fall war es clever von der Axpo, die Entdeckung der Unregelmässigkeiten selber publik zu machen. Hätten die Kraftwerkbetreiber gewartet, bis die Aufsichtsbehörde Ensi den Fall öffentlich macht, wäre der Verdacht aufgekommen, man wolle Probleme beim AKW Beznau vertuschen.

Aber auch Greenpeace gibt sich relativ moderat: Die Organisation würde sich im aktuellen Fall mit einer unabhängigen Expertengruppe zufrieden geben. Die Vermutung liegt nahe, dass Greenpeace schon auf eine mögliche Abstimmung über den Atomausstieg schielt und Unentschlossene nicht durch zu radikale Auftritte vergraulen will.

fabian.haegler@azmedien.ch

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