Kommentar

Spenden statt Schenken

Denn nicht alle feiern Weihnachten.

Nicht alle sind derzeit mit dem Einkaufen der Weihnachtsgeschenke beschäftigt.

Denn nicht alle feiern Weihnachten.

Ich liebe es, zu schenken, und freue mich über Geschenke mehr, wenn ich sie mache, als wenn ich sie selbst bekomme. Der Moment, in dem der Beschenkte das Päckli öffnet, sein Blick, seine Freude, meine Zufriedenheit.

Aber schenken ist eigentlich nur dann richtig toll, wenn es unerwartet und spontan ist.

Wenn man sich Gedanken machen kann, man selbst den Zeitpunkt bestimmt und sich nicht von Bräuchen, Traditionen oder Daten unter Druck gesetzt fühlt.

Gerade befinden wir uns in der intensiven «O-nein-ich-muss-noch-so-viel-Geschenke-kaufen»-Zeit. Weihnachtszeit ist absolute Stresszeit.

Der Gschenkli-Stress in der Vorweihnachtszeit überschattet jedes Mal die romantische Atmosphäre, die Leckereien an jeder Ecke und das Beisammensein mit Familie und Freunden.

Und wie meistens fällt einem unter Druck sowieso nichts Kreatives ein, das man gerne schenken will.

Dann hastet man für ein sinnloses Geschenk noch schnell zu Tchibo oder kauft einen 08/15-Gutschein oder bestellt Nonsense im Internet. Und der Beschenkte muss sich – weil es sich so gehört – darüber freuen.

Daher könnte man die Idee unseres Interviewpartners, des deutschen Star-Autors Stefan Klein, als bestes Geschenk ansehen.

Er wünscht sich nämlich Folgendes: Es soll zur Norm werden, dass wir zu Weihnachten jene Menschen beschenken, die wirklich etwas brauchen.

Und wir wissen alle, dass es davon gerade jetzt sehr viele gibt. Spenden statt schenken. Ein neuer Weihnachtsbrauch?

Der Wissenschaftsautor verspricht: «Gutes tun macht glücklich, und glückliche Menschen leben in der Regel länger.» Das klingt doch nach einem guten Geschenk.

Meistgesehen

Artboard 1