SVP

Spasspolitiker Toni Brunner

Toni Brunner bei der Bundesfeier in Rümlang ZH.

Toni Brunner bei der Bundesfeier in Rümlang ZH.

SVP-Präsident Toni Brunner ist ja als lustiger Geselle bekannt. Wer je in seinem Gasthof «Haus zur Freiheit» im Toggenburg gespeist hat und sich vom Patron persönlich bedienen liess, kann es bezeugen.

Gute Stimmung, Schenkelklopfer und ein Gratis-Enzianschnaps zum Abschluss sind dort garantiert. Brunner macht nicht nur als Gastwirt, sondern auch als Parteichef einen ordentlichen Job. Grosse Würfe sind zwar nicht sein Ding, doch dafür sind in der SVP ja auch andere zuständig. Er verkauft die Partei solide, er verbreitet gute Laune und er weiss, wann er wie provozieren muss, um Aufmerksamkeit zu erregen.

Mit dem jüngsten Vorschlag aber droht Brunner sich und die SVP lächerlich zu machen. Amstutz kommt als Bundesrat alleine schon deshalb nicht infrage, weil er Berner ist. Sitzen doch mit Sommaruga und Schneider-Ammann bereits zwei Berner in der Landesregierung. Glaubt die SVP ernsthaft, Tessiner, Innerschweizer, Basler oder Ostschweizer, die alle keinen Bundesrat haben, werden einen dritten Berner wählen?

Der Vorschlag Amstutz ist ein Witz. Er dient dazu, Aufmerksamkeit zu erzeugen und das geliebte Asylthema – Amstutz soll Asylminister werden – zu propagieren. Auf dass die Kampagne nie erlahmen möge! Doch die SVP muss aufpassen. Zuerst kündigt sie den bürgerlichen Schulterschluss, den sie initiiert hat, selbstgefällig auf. Jetzt portiert sie den weitgehend chancenlosen Amstutz für den Bundesrat. Welches Spässli kommt als Nächstes? Toni Brunner als Trainer der Berner Young Boys?

Die SVP hat Anspruch auf zwei Sitze in der Landesregierung. Ihre Chancen sind besser als auch schon, dieses Ziel zu erreichen. Es ist an ihr, brauchbare und valable Kandidaten zu präsentieren. Oder will sie vielleicht gar nicht?

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