Belgien

Siegt der Terror?

Armee und Polizei auf den Strassen Brüssels.

Armee und Polizei auf den Strassen Brüssels.

Das öffentliche Leben in Brüssel ist seit Samstag lahm gelegt. Haben die Islamisten also erreicht, was sie wollten?

Die Metro steht still, Theater und Konzerte wurden abgesagt, Einkaufszentren schlossen. Heute bleiben Schulen und viele öffentliche Einrichtungen in Belgiens Hauptstadt zu. Grund: Der nationale Sicherheitsrat hat die höchste Terror-Warnstufe verhängt, weil er unmittelbar Anschläge befürchtet.

Rasch kritisierten Kulturschaffende und Journalisten: Versetze sich die Stadt selbst in den Belagerungszustand, hätten die islamistischen Terroristen gewonnen.

Nach den Erkenntnissen der letzten Tage ist solche Kritik aber fehl am Platz. Die Gefahr von Anschlägen in Brüssel ist keineswegs herbeigeredet, sondern scheint plausibel und real. Zu lange haben die Behörden nicht erkannt, welche Gefahr von den islamistischen Netzwerken ausgeht.

Es ist darum richtig, dass die Behörden zum Schutz der Bevölkerung Polizei und Armee auffuhren. Die Brüsseler reagierten zwar verunsichert, aber sehr besonnen und taten wie geheissen: Die meisten Konzerte und Anlässe wurden abgesagt, aber einkaufen ging man dennoch. Menschenleer war Brüssel also keineswegs.

Die letzten Tage haben den Belgiern klargemacht: Langfristig muss die ganze Gesellschaft den Kampf gegen islamistische Terroristen aus ihrer Mitte heraus führen. Doch kurzfristig sind nur die Sicherheitskräfte in der Lage, sie in Schach zu halten.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1