Kommentar

Schweizer Firmen, vereinigt euch!

Der Detailhandel will in der Technologie einen Schritt vorwärts kommen: Im Bild eine Coop-Filiale in Zürich

Der Detailhandel will in der Technologie einen Schritt vorwärts kommen: Im Bild eine Coop-Filiale in Zürich

Bezahlen mit dem Smartphone: Coop und Migros machen Ernst mit dem digitalen Portemonnaie. Nur müssen sie eine Einigung finden. Sie werden nicht lange alleine auf dem Feld stehen.

Coop hat eines, die Migros auch. Die Grossbank UBS ebenfalls. Die IT-Giganten Apple und Google sowieso. Und jetzt auch noch der Handy-Riese Samsung. Sie alle setzen auf «Mobile Payment»-Systeme, auf das Bezahlen per Smartphone.

Warum sollten sie auch nicht? Eine Reihe von Gegenständen des täglichen Gebrauchs hat das Smartphone bereits überflüssig gemacht. Angefangen beim Kalender über den Schminkspiegel für die Damen bis hin zu Radio und Diktiergerät. Und bis nicht eine noch bessere Erfindung das Smartphone selbst überflüssig macht, wird sich das Handy unaufhaltsam eine Funktion nach der anderen einverleiben.

Als Nächstes soll also das gute alte Portemonnaie dran sein. Dass Coop, Migros und wichtige Banken hier ganz vorn mit dabei sind und sich anschicken, das Gebiet helvetisch zu besetzen, bevor die IT-Riesen aus Amerika den Markt überrollen, ist erfreulich. Eines bedroht jedoch den Erfolg des Unterfangens: die Eigenbrötlerei der Unternehmen.

Auch wenn Produktvielfalt im Grunde etwas Positives ist – hier wirkt sie kontraproduktiv. Denn wenn der Kunde vier, fünf Apps auf seinem Handy haben muss, für die er jeweils eine Kontoverbindung oder Kreditkarte hinterlegen und teilweise sogar vor dem Einkauf noch aufladen muss, wird er wohl kaum seine Geldbörse zu Hause lassen. Das Argument für «Mobile Payment» liegt in der Einfachheit. Die Vielzahl der Anbieter macht stattdessen alles komplizierter.

Coop, Migros, UBS und Co. wollen den Kampf um die Vorherrschaft beim mobilen Bezahlen offen austragen. Eines muss ihnen dann jedoch klar sein: Sie werden nicht lange allein auf dem Feld stehen. Aus der Ferne stürmen Apple, Google und Samsung bereits heran. Und dass es deren Lösungen an Bedienungs- und Benutzerfreundlichkeit fehlt, darauf kann niemand ernsthaft hoffen.

Meistgesehen

Artboard 1