Eine richtungsweisende Reform ist es wahrlich nicht, was uns Verteidigungsminister Ueli Maurer mit der «Weiterentwicklung der Armee» vorlegt. Anstatt grundsätzlich zu diskutieren, auf welche konkreten Bedrohungen die Armee Antworten finden muss, werden Grabenkämpfe um Bestand, Budget sowie Anzahl und Dauer der Wiederholungskurse ausgetragen.

Als würde es einen Unterschied machen, ob Soldaten künftig fünf- oder sechsmal in den WK einrücken müssen. Als wäre es ein Zeichen militärischer Stärke, ob dieser zwei oder drei Wochen dauert. Das ist Hans was Heiri: nichts als von Nostalgie und Tradition geprägte Scheindebatten im Windschatten der Nato, die letztlich für die Sicherheit der Schweiz besorgt ist.

Die Schweizer Armee ist, man muss es dringend vermuten, in einem ziemlich desolaten Zustand. Die Mobilmachung funktioniert nicht mehr. Das teure FIS Heer, das Kommunikations-Führungsinstrument für die Truppe, ist kaum einsatztauglich. Und die Soldaten vergeuden ihre Zeit in ineffizienten Wiederholungskursen. Anstatt über fünf oder sechs WK zu diskutieren, müsste die Anzahl Durchdiener endlich erhöht werden.

Die Schweiz braucht in Zeiten, in denen in Europa Grenzen mit hybrider Kriegsführung infrage gestellt werden, Mittel, die rasch und professionell eingesetzt werden können. Und sie ist auf vermehrte Kooperationen mit den Nachbarstaaten angewiesen. Die Bedrohungslage ändert sich schneller, als viele Experten seit Jahren prognostizieren. WK-Einheiten, die sich einmal pro Jahr zum freudigen Wiedersehen treffen, sind ein Relikt aus vergangenen Zeiten.