Für Andrea Orcel hat sich der Deal gelohnt: Der CEO der UBS-Investmentbank trennte sich 2013 von einer halben Million Aktien. Und er ist nicht der einzige – Konzernleitungsmitglieder der beiden Grossbanken verkauften in den beiden vergangenen Jahren Aktien im Wert von mehr als 75 Millionen Franken.

Orcels Titel stammen von seinem «Golden Hello». Der UBS-Verwaltungsrat gewährte sie ihm, weil beim Wechsel zur UBS gesperrte Aktien bei seinem vorherigen Arbeitgeber Bank of Amercia Merrill Lynch verfielen. Orcel hält heute keine einzige UBS-Aktie mehr, die nicht gesperrt ist. Er und mit ihm weitere Konzernleitungsmitglieder der UBS und der Credit Suisse signalisieren damit der Anlegergemeinde – ob sie wollen oder nicht: Kauft keine Aktien unserer Grossbanken. Wir trauen ihnen auch nicht.

Die Aktien werden den Top-Shots als Teil ihres Salärs zugesprochen. Sie sind bis zu fünf Jahre lang gesperrt. Das soll ein Anreiz sein, mit nachhaltig guten Resultaten den Aktienkurs nach oben zu treiben und damit einen Mehrwert für alle Aktionäre zu schaffen. Passiert ist das Gegenteil – die Aktienkurse liegen tiefer als Anfang 2010.

Daher verhalten sich die Grossbank-Manager ökonomisch richtig, wenn sie sich von ihren Titeln trennen. Zum Teil müssen sie das auch tun, um Steuern zu zahlen oder die Folgen einer Scheidung zu finanzieren. Doch damit unterstreichen sie, dass sie Angestellte und keine Unternehmer sind.

Selbst immer komplizierter ausgestaltete Gehaltsanreize lassen sich vom Management irgendwie aushebeln. Daher sollte die einfache Formel gelten: Erleiden Publikumsaktionäre mit Grossbanktiteln Buchverluste, sinken die Saläre der Top-Shots. Für 2014 gilt dies erst recht: Auf dem Kurs lasten Milliarden-Aufwendungen für Rechtshändel. Auch dafür sind letztlich die Chefs verantwortlich.

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