Werbemarkt

Ringier-Deal ist politisch unklug

Ringier-CEO Marc Walder verärgert die Verleger-Kollegen mit einer Werbeallianz mit der SRG und der Swisscom. Vera Hartmann/13photo

Ringier-CEO Marc Walder verärgert die Verleger-Kollegen mit einer Werbeallianz mit der SRG und der Swisscom. Vera Hartmann/13photo

Die Werbeallianz von Ringier mit der SRG und der Swisscom hat zu einem Eklat im Schweizer Medienmarkt geführt: Ringier tritt aus dem Verband Schweizer Medien aus, weil dieser die Pläne harsch kritisierte.

Die Medienwelt ist im Umbruch: Die Konsumgewohnheiten ändern sich rapide. Eine Generation wächst auf, welche die Medien ganz anders nutzt. Dies hat zur Folge, dass auch die Medienbranche neue Wege gehen muss. Denn sonst gehen immer mehr Werbegelder in Richtung Silicon Valley, sprich Google, Apple oder Facebook, und das kann nicht im Interesse der Branche sein.

Dass Ringier in der Vermarktung der Werbung nun gemeinsame Sache mit der Swisscom und vor allem mit der SRG macht, musste zum Eklat führen – zu gross sind die Interessenkonflikte. Das geplante Gemeinschaftsunternehmen wird auch ein Fall für die Wettbewerbsbehörden. Sie werden untersuchen müssen, ob hier eine Marktmacht entsteht, die den Wettbewerb verzerrt.

Mit dem Mega-Deal versuchen sich drei, zugegeben grosse, Organisationen mit jeweils schwindendem Kerngeschäft gegenseitig zu retten. Medien-, aber auch ordnungspolitisch werden hier völlig falsche Signale gesendet. Involviert sind quasi-staatliche Firmen und ein Verlagshaus. Privaten Initiativen wird so der Wind aus den Segeln genommen. Ausserdem wird der Diskussion über die Ausrichtung einer künftigen SRG vorgegriffen. Dies gilt es abzuwarten. Bis dahin muss der Deal blockiert werden.

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