Danach strebt die Swiss Football League deutlich höhere Erträge an, wie deren CEO kürzlich gegenüber der «Nordwestschweiz» sagte. Dieses Ziel ist nun infrage gestellt.

Schuld daran ist die Verfügung des Weko-Sekretariats, das die Swisscom zu einer Busse von 143 Millionen Franken verdonnern will. Der Telekomriese habe im Bereich der Sportübertragungen eine marktbeherrschende Stellung.

Das stimmt. Dank den ausgehandelten Verträgen mit den Vertretern der Eishockey- und Fussball-Klubs kann die Swisscom mehr Livespiele anbieten als Kabelanbieter wie UPC Cablecom. Die müssen dafür auch noch einen höheren Preis verlangen. Zudem fehlt ihnen heute die Möglichkeit, einzelne Spiele an ihre Kunden zu verkaufen.

Allerdings basiert das Geschäftsmodell europäischer Ligen auf Exklusivverträgen. So können sie die Rechte teurer verkaufen. Wenn nun die Weko durchsetzt, dass dies wettbewerbsverzerrend ist, profitieren selbstverständlich die Kunden der Kabelbetreiber vom gleichwertigen Angebot. Dafür kassieren die Klubs weniger für ihre Rechte. Das gilt auch so lange, bis diese Frage geklärt ist.

Dabei ist es eigentlich ganz einfach: Die Kabelbetreiber könnten– allenfalls zusammen mit weiteren Partnern – die Swisscom in Zukunft einfach überbieten. Dann müssten sie aber auch die Übertragungen produzieren. Dieses unternehmerische Risiko scheuten die Kabelbetreiber bisher.