Guy Parmelin ist also unser neuer Mann für die Landesverteidigung. Vielleicht übernimmt der SVP-Politiker im Bundesrat aber noch eine ganz andere Aufgabe: Parmelin könnte die sprachliche Verlotterung endlich stoppen. Besonders für Traditionalisten wäre das ein Segen.

Denn immer mehr Bundesräte haben offenbar das Gefühl, sie müssten das Englische heraushängen lassen. Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann konversiert bei Verhandlungen liebend gerne in der Weltsprache. Und Verkehrsministerin Doris Leuthard hielt erst kürzlich wieder eine smarte «Keynote-Speech» vor Wissenschaftern.

Der bernjurassische SVP-Nationalrat Manfred Bühler hat jetzt genug von der grassierenden Englischsucht in der Regierung. Nachdem Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga bei der Pariser Klimakonferenz auf Englisch referiert hat, reagiert er «not amused».

Dem Bundesrat stellt er eine Reihe unangenehmer Fragen. So will Bühler unter anderem wissen: Weshalb hielt Sommaruga ihre Ansprache in einer Sprache, die nicht zu den Schweizer Amtssprachen zählt? Schliesslich sei ja auch das Französische auf dem internationalen Parkett akzeptiert.

Dass es anlässlich der Klimakonferenz noch andere Baustellen gibt, müsste Bühler als ausgewiesener Schwarzmaler eigentlich wissen. Doch wie soll der Bundesrat da schon mitwerkeln, wenn er längst die sprachliche Orientierung verloren hat?

Die Hoffnung ruht nun auf Guy Parmelin. «I can English understand», sagte er jüngst, «but je préfère répondre en français.» Niemand weiss besser als er: Die Englischkenntnisse allein machen noch keinen Bundesrat.