Giacobbo/Müller

Mut zum Mut, liebes SRF!

Giacobbo/Müller hören Ende Jahr auf.

Giacobbo/Müller hören Ende Jahr auf.

Ende 2016 ist «Giacobbo/Müller» Geschichte. Auch wenn es das SRF noch nicht offiziell sagt: Die Suche nach einer Nachfolge-Sendung läuft bereits. Gut so. Das SRF braucht eine regelmässige humoristische Sendung.

Die Suche nach einem Ersatz für «Giacobbo/Müller» kommt fürs SRF zu einem heiklen Zeitpunkt. Der politische Druck auf das gebührenfinanzierte Fernsehen ist immens. Die neue bürgerliche Mehrheit im Parlament sitzt den Sendern im Nacken. Das SRF ist tief verunsichert. Verunsicherte neigen zu Kompromissen. Doch eine Kompromisssendung als «Giacobbo/Müller»-Nachfolge wäre fatal.

Wir leben in hochpolitischen Zeiten. Politischer Humor ist nötiger denn je – aber leider jetzt schon dünn gesät im Deutschschweizer TV. Es ist im Sinne des Service public deshalb zwingend, dass die Entscheidungsträger Nachfolger finden, die mindestens so kompromisslos und bissig sind wie Viktor Giacobbo und Mike Müller. Und wenn auch noch ein Generationenwechsel vollzogen werden kann – umso besser.

Diese Aufgabe ist nicht einfach, aber sie ist lösbar. Gerade in der Schweizer Slam-Poetry-Szene gibt es Exponenten, welche die zweifelsohne grosse Lücke der Schwergewichte Giacobbo und Müller füllen könnten. Das ist nicht ohne Risiko. Von vornherein gescheitert wäre die Nachfolge aber, wenn das SRF einen netten Konkordanz-Humoristen in die wichtigste Satire-Sendung hieven würde. Der Mut des SRF wird sich einfach messen lassen: Reagiert niemand verärgert auf die «Giacobbo/Müller»-Nachfolge, dann ist sie mutlos – und deshalb falsch.

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