Sie haben die bisher amtierende Regierung Samaras gedemütigt. Ob es für Syriza zur Alleinregierung letztlich reicht oder nicht: Das denkwürdige Wahlergebnis von Athen wird weitreichende Folgen weit über Griechenland hinaus haben. Die Botschaft aus Athen ist klar: Zum ersten Mal haben sich die Wähler in einem
Euro-Land gegen den rigorosen Austeritätskurs, gegen Reformen und die hemmungslose Privatisierung von Staatsbesitz aufgebäumt.

Für sie ist das von der Gläubiger-Troika aus EU, EZB und Internationalem Währungsfonds aufgebürdete Krisenmanagement keine Arznei. Im Gegenteil. Doch damit nicht genug. Noch schlimmer war für die Griechen nicht die Politik an sich, die seit dem Ausbruch der Krise zu Füssen der Akropolis betrieben worden war. Empört sind die Hellenen in erster Linie darüber, dass die Troika diesen Kurs stets als Einbahnstrasse durchgesetzt hat. Ohne Dialog. Ohne Selbstkritik. Selbstherrlich. Mit dem Recht des Stärkeren. Dafür bekommt die Troika jetzt die Quittung. Ausgestellt von den Griechen. Millionen haben befunden: «Es reicht!»

Es ist eine mutige Entscheidung. Nun werden Brüssel, Frankfurt, Washington und nicht zuletzt Berlin dazu gezwungen sein, sich mit den Griechen an einen Tisch zu setzen. Die Zeiten, als in Athen nur Befehlsempfänger regierten, sind seit der gestrigen Parlamentswahl vorbei.