Die Zinsen für Wohnbauhypotheken sind auf Rekordtief. Und es kommt noch besser. Die jüngsten Entscheide der Nationalbank werden die Finanzierungskosten für den Hausbau nochmals drücken. Der Marktlogik folgend, sollte die Vergabe von Hypotheken verstärkt steigen und den Bauboom verlängern.

Dem wird aber nicht so sein. Für Häuslebauer sind die Zinsen bereits attraktiv; ein kleiner Zinsbonus wird kaum jemanden zusätzlich hinter dem Ofen hervorlocken. Und wenn, hat es viele vermeintliche Eigenheimbesitzer darunter, die sich das Eigentum wegen fehlenden Eigenkapitals oder ungenügender Risikofähigkeit gar nicht leisten können. Das zeigen bei den Banken die abnehmenden Zuwachsraten der Hypothekenbestände und die gleichzeitig steigenden Ablehnungsquoten.

Beim Entscheid – Erwerb von Wohneigentum ja oder nein – spielt vielmehr die subjektive Wahrnehmung der eigenen wirtschaftlichen Sicherheit eine weit wichtigere Rolle. Habe ich morgen meinen Job noch? Muss ich mit einer Lohnkürzung rechnen? Die durch den Nationalbank-Entscheid ausgelösten Unsicherheiten über die Konjunkturentwicklung wiegen weit schwerer.

Für den Immobilienmarkt Schweiz ist das positiv. Fakt ist, dass die Preise für Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen zwar lange massiv gestiegen sind. Seit einem Jahr flacht das Wachstum jedoch ab. Die ausgelöste Verunsicherung wird nun die Nachfrage und damit die Preise für Wohneigentum weiter «kontrolliert» dämpfen. Nur bei einer Rezession ist ein abrupter Preiseinbruch mit schlimmsten Folgen denkbar. Diesen Teufel malen wir jetzt aber nicht an die Wand.

Franz.Schaible@azmedien.ch