Katastrophenhilfe

Hilfe als stete Büez

In unser Haus schlägt der Blitz ein; schnell steht es in Flammen. Von überall her rasen Pikettdienste und Feuerwehren heran. Aber der Platz vor dem Haus ist zu eng, überhaupt alles zu kompliziert, viel zu schmal ...

Das scheint in Kathmandu aktuell eine der Schwierigkeiten zu sein: Der Tribhuvan-Flughafen, gewöhnlich schon wegen tückischer Winde nicht einfach anzufliegen, ist für eine internationale Armada von Transportflugzeugen nicht gerüstet, zu klein. Auch die Schweizer Grosshilfe wurde offenbar deswegen gestoppt bzw. neu disponiert. Es scheint mittlerweile manchmal etwas paradox: Bei Katastrophen ist Hilfe meist schnell und massiv unterwegs, droht aber kurzzeitig eine notleidende Region fast zu erdrücken. Überfordert sind manche Stellen auch mit der Koordination, wie das Beben 2010 in Haiti gezeigt hatte.

Natürlich ist das mitnichten ein Grund, keine Hilfe aufzubieten, oder nur dosiert. «Effizienz» ist bei Hilfe in der Not kein tauglicher Begriff; da ist auch ein unkoordiniertes Zuviel willkommen. Die Frage aber muss gestellt werden, sicher hinterher: Finden zum Thema jeweils gemeinsame Analysen unter Regierungen, NGO und Hilfswerken statt?

Was bei Hilfe immer wichtig bleibt: die Stetigkeit. Darin hat die Schweiz lange Erfahrung, gerade in Nepal. Nicht bloss, weil die Berge eine Verwandtschaft suggerieren. Sondern weil Stetigkeit ein Merkmal des Schweizer Entwicklungscredos ist: keine Sofort-Show, sondern anhaltende, verlässliche Büez. Wie man aus Nepal hört, arbeiten auf dieser Linie die Bergler dort offenbar gut mit. Das ist nicht in jeder Weltregion der Fall.

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