Die Reform der Altersvorsorge steht seit Jahren unter einem schlechten Stern. Das Volk hat die letzten Vorlagen regelrecht abgeschmettert. Die 11. AHV-Reform, mit welcher das Rentenalter erhöht und die Witwenrenten abgeschafft werden sollten, wurde 2004 mit 67,9 Prozent Nein-Stimmen abgelehnt. Sechs Jahre später folgte die Abstimmung über die Senkung des Umwandlungssatzes: 72,7 Prozent der Stimmberechtigten und sämtliche Kantone sagten Nein.

Die Positionen zwischen Linken und Bürgerlichen liegen meilenweit auseinander. Und sie sind derart gefestigt, dass ein Kompromiss lange unmöglich erschien. Nichts als verbrannte Erde hinterliessen die Abstimmungen und politischen Grabenkämpfe. Umso erfreulicher, was die ständerätliche Sozialkommission jetzt zuwege gebracht hat: 13 Kommissionsmitglieder unterschiedlichster parteipolitischer Couleur haben sich zusammengerauft, um die Renten für die kommende Generation zu sichern. Auch wenn von den vielen Einzelmassnahmen einige nicht überzeugen mögen – Ziel und Stossrichtung stimmen: Die Altersvorsorge muss endlich reformiert werden. Das ist nur möglich, wenn alle Seiten Zugeständnisse machen.

Eine ausgeglichene Vorlage, ein Paket, das nicht zu einem einseitigen Abbau führt, ist die Grundlage für den Erfolg der Reform. Das letzte Wort hat das Volk, das sich erfahrungsgemäss gegen tiefere Renten wehrt, das aber in jedem Fall eine Erhöhung der Mehrwertsteuer bewilligen muss. Und diese wird wiederum nur dann erhöht, wenn das Frauenrentenalter und der Umwandlungssatz der beruflichen Vorsorge angepasst werden. Die einzelnen Massnahmen sind aneinandergekoppelt. Deshalb sind die Politiker gut beraten, die Vorlage nicht wegen einzelnen Details fallenzulassen. Jetzt zählt das grosse Ganze.