Nach USA-Match

Ein Team so stürmisch wie «Niklas» dieser Tage

Das Länderspieljahr hat für die Schweiz und Trainer Vladimir Petkovic aufregend begonnen. Viel aufregender als gedacht und erhofft. Schuld daran sind nicht die Spiele auf dem Rasen. Sondern die Diskussionen abseits.

Es ging um Identifikationsfiguren, um «echte» Schweizer und «andere». Und genau daraus ist eine Debatte entstanden, mit der sich das Schweizer Team – gewollt oder nicht gewollt – beschäftigen musste. Natürlich ist es für einen Verband und ein Team nicht angenehm, wenn sportliche Fragen von soziologischen verdrängt werden. Aber vielleicht hat diese Diskussion auch ihr Gutes. Denn die Spieler werden daran wachsen. Und noch näher zusammenrücken für die letzten und entscheidenden Spiele der EM-Qualifikation.

Es ist nicht ganz frei von Ironie, dass ausgerechnet nach den Tagen der intensiven Heimats-Diskussionen Breel Embolo sein Debüt für die Schweiz gibt. Embolo hat Wurzeln in Kamerun. Und Embolo hat das Potenzial zur Identifikationsfigur der Zukunft. In seinem ersten Einsatz wirkte er zwar noch etwas nervös. Aber der 18-Jährige zeigte bereits Ansätze seiner Genialität.

Sportlich begann das Jahr, wie das letzte endete. Mit einem souveränen Sieg in der EM-Qualifikation (4:0 gegen Litauen im November, 3:0 gegen Estland jetzt), gefolgt von einem ansprechenden Unentschieden gegen ein aufstrebendes Team (2:2 gegen Polen, 1:1 gegen die USA). Noch wichtiger als die nackten Resultate sind dabei die spielerischen Fortschritte, die offensichtlich sind. Das Symbol dafür heisst Granit Xhaka. Der Mönchengladbach-Regisseur kommt auch im Nationalteam immer besser zur Geltung. Es scheint nur eine Frage der Zeit, bis er zum Chef dieser Mannschaft wird.

In 157 Tagen trifft die Schweiz zu Hause auf Slowenien. Es wird mutmasslich das entscheidende Spiel der EM-Qualifikation. Bis dahin bleibt noch einige Zeit. Vor allem gilt es noch, im Juni die Reise nach Litauen zu bewältigen. Nach den letzten Eindrücken dürfen Petkovic und seine multikulturellen Schweizer der Aufgabe gelassen entgegensehen. Wir erwarten ein Team so stürmisch wie «Niklas» dieser Tage.

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