Man mag misstrauisch fragen: Sucht da eine Firma auf Kosten der Flüchtlinge Aufmerksamkeit? Oder wittert einer der grössten Transporteure des Landes ein gutes Geschäft dank Billigstlöhnen? Keins von beidem, kontert Nils Planzer.

Die Beschäftigung von Asylsuchenden ist eine umstrittene Sache. Die einen warnen vor Lohndumping, aber auch vor einem negativen Sogeffekt bei Flüchtlingen für die Schweiz. Die anderen streichen den positiven Einfluss auf die Integration heraus.

Bereits im August hatte das Thema politisch Wellen geworfen. Die CVP hatte aus finanziellen Gründen eine Arbeitspflicht für Asylsuchende vorgeschlagen und dafür Kritik einstecken müssen.

Doch diesmal eröffnet die Wirtschaft die Diskussion. Die Firma Planzer sieht Potenzial für die Schweiz – und die Transportbranche.

Erst letzte Woche hatte dieses Gewerbe über einen Fachkräftemangel geklagt. Und 2011 hatte der Nutzfahrzeugverband Astag gewarnt, dass innerhalb eines Jahrzehnts 25 000 Chauffeure fehlen werden.

Diese Entwicklung hat Nils Planzer vor Augen, wenn er für seine Idee wirbt. Nun prüft der Bund sein Ansinnen. Kann sein, dass die Umsetzung nicht so einfach wird, wie es sich Planzer vorstellt.

Dass die Wirtschaft Flüchtlinge als Arbeitskräfte entdeckt hat, kann aber helfen, das Thema pragmatischer anzugehen, als es die Politik in diesen emotionalen Wahlmonaten vermag – und das ist mehr als nötig.