Etwas verloren

Egal, kauf ich mir einfach neu

Gefundene Handys.

Gefundene Handys.

Dass man einer alten, abgewetzten Jacke, einem billigen Regenschirm oder einem Plastiksack mit wertlosem Inhalt nicht wirklich nachtrauert, bei einem Verlust nicht nachtelefoniert und nachfährt, leuchtet ein. Man kann darauf verzichten.

Man kann ein neues Teil kaufen. Man kann. Wir sind aber anscheinend schon so weit, dass wir uns auch keinen Deut scheren um unsere Smartphones, Tablets, Portemonnaies und Ausweise. Es ist uns sogar egal, wenn unsere Haustürschlüssel in fremden Räumen baumeln.

Wir bestellen nach, kaufen neu. Das spart Zeit und spart Nerven. Zu dieser Erkenntnis kommt man, wenn man übervolle Fundbüros sieht. Wenn man hört, dass die Leute informiert sind, dass ihre Sachen gefunden wurden, sie diese aber nicht abholen. Geht es uns zu gut? Verlieren wir den Bezug zu den Dingen?

Wir werden immer mehr zur Wegwerfgesellschaft – schnelles Konsumieren und verschwenderischer Umgang mit Ressourcen. Selbst eine Frau vom Fach, mit 23-jähriger Verlust-Erfahrung, klagt über diese Entwicklung: «Ich verstehe es auch nicht.»

Wenigstens haben die Wegwerfteile im Fundbüro eine zweite Chance. Sie werden versteigert und finden einen neuen Besitzer. Einer, der sie hoffentlich mehr schätzt.

Den Bericht zum Thema lesen Sie hier.

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