Kommentar

Die Schonfrist ist endgültig vorbei

Die Aufhebung des Euro-Mindestkurs und die Folgen. (Symbolbild)

Die Aufhebung des Euro-Mindestkurs und die Folgen. (Symbolbild)

Dank dem Mindestkurs zum Euro konnte die Schweiz ein Stück weit von der Eurokrise abgeschottet werden. Nach dessen Aufhebung vor genau einem Jahr hatte die künstliche Abschottung der Wirtschaft ein Ende.

Sie wurde dem globalen Tsunami ausgesetzt. Die Folgen dieser Entwicklung werden wir in diesem Jahr vermutlich deutlicher zu spüren bekommen als im vergangenen. Die Vorboten sind schon da: Die Aktienmärkte befinden sich auf Talfahrt.

Auch die Stimmung auf dem Schweizer Arbeitsmarkt wird rauer. Das zeigt die Analyse des renommierten Basler Ökonomen und BAK-Basel-Mitgründers Christoph Koellreuter deutlich. Schon im letzten Jahr nahm die Arbeitslosigkeit zu und gleichzeitig sank die Zahl der ausgeschriebenen Stellen.

Schuld an dem allen ist der starke Franken, aber nicht nur. Das sieht man gerade auch bei den vorgestern angekündigten Entlassungen bei Alstom. Die Weltwirtschaft befindet sich im Umbruch: Die viel beschworene Digitalisierung hinterlässt Spuren, die chinesische Wirtschaft schwächelt, die Energieproduktion wird umgekrempelt. Die Unsicherheit insgesamt nimmt zu, und das ist Gift für Investoren.

Die Schweiz, auch das ein Fazit nach einem Jahr, ist also mehr denn je abhängig von den weiteren Entwicklungen in Europa. Hier, zumindest das ist ein gutes Zeichen, hellt sich die Stimmung wieder auf.

Für die politische Diskussion in der Schweiz ist dieses Fazit besonders pikant: Ausgerechnet jetzt muss das Verhältnis mit Europa neu überdacht werden. Der Zeitpunkt könnte nicht heikler sein.

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