Elektromobilität

Die Hindernisse lauern überall

Milena Pfister in ihrem Tesla Model S;Für einmal schlüpft sie in die Rolle der Pilotin. Im eigentlichen Job leitet sie den Aufbau des «Club of Streez» in Baden.

Milena Pfister in ihrem Tesla Model S;Für einmal schlüpft sie in die Rolle der Pilotin. Im eigentlichen Job leitet sie den Aufbau des «Club of Streez» in Baden.

Eine Badener Firma plant die Revolution der Mobilität. Mit 700 E-Autos und 2100 Fahrerinnen will man den Verkehr umkrempeln. Dass man in Bern derzeit die langstielige Kirsche für förderungswürdig hält, die Elektromobilität aber nicht, ist tragisch.

Wer eine gute Idee hat, wie man Mobilität einfacher und sauberer machen könnte, hat naturgemäss viele Feinde: Autokonzerne, die mit dem Verkauf ihrer riesigen CO2-Schleudern die grösste Marge erzielen. Auch einzelne Politiker, die wahlweise die Autofahrer-Lobby nicht vor den Kopf stossen wollen oder um die freiheitliche Selbstbestimmung fürchten. Und auch der Bundesrat ist kein unverbrüchlicher Verbündeter. Denn obwohl einzelne Mitglieder gerne selbst im Tesla herumkurven, war er es doch, der vor einigen Wochen mit dem «Masterplan Elektromobilität» einen sinnvollen Vorschlag zur Förderung abgewiesen hat.

Dass man in Bern derzeit die langstielige Kirsche für förderungswürdig hält, die Elektromobilität dagegen weniger, ist tragisch. Die Art, wie wir uns fortbewegen, wird sich trotzdem verändern. E-Autos, vernetztes, autonomes Fahren – das alles wird kommen. Dank der Digitalisierung wird das Teilen – das sogenannte «Carsharing» – einfacher und damit lukrativer. Und auch die Technik ist kein Argument mehr gegen die Elektromobilität. Heute geht es hauptsächlich um Akzeptanz.

Zum Selbstläufer wird der Wandel in der Mobilität trotzdem nicht. Was es braucht, sind überzeugende Pionierprojekte – denn mit Ergebnissen argumentiert es sich leichter als mit Ideen. An einem solchen Projekt versucht sich jetzt also die Firma Streez. Angesichts der Hindernisse ist das mutig. Sollte es dem Unternehmen jedoch gelingen, das Konzept vollends auf die Strasse zu bringen, könnte das ein Türöffner für so manchen neuen Mobilitätsgedanken sein.

fabian.hock@azmedien.ch

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