Prämien 2016

Die bitteren Pillen der Gesundheit

Der Medikamentenkonsum ist einer von mehreren Faktoren für den Anstieg der Krankenkassenprämien.

Der Medikamentenkonsum ist einer von mehreren Faktoren für den Anstieg der Krankenkassenprämien.

Jedes Jahr müssen Versicherte tiefer in die Tasche greifen, um die Krankenkassenprämien zu bezahlen. Im Schnitt bezahlen wir im kommenden Jahr monatlich rund 15 Franken pro Person mehr. Ein Kommentar zum Thema.

Wer befürchtet hat, dass die Krankenkassenprämien weiter steigen, hat sich nicht getäuscht. Und nichts lässt hoffen, dass sich das bald ändert – nicht nur, weil Bundesrat Alain Berset zu Geduld mahnt, bis etwaige Kostensenkungsmassnahmen greifen.

Je früher man sich mit zwei mathematisch-biologischen Wahrheiten unserer Zeit anfreundet, desto besser. Erstens werden die Kosten zunehmen, weil die Bevölkerung immer älter wird – nicht zuletzt dank besserer Medizin.

Zweitens werden immer mehr Menschen älter als 65 Jahre sein. AHV und BVG lassen grüssen: Ohne eine Erhöhung der Erwerbsquote von Frauen und älteren Menschen wird ein immer kleinerer Teil der Bevölkerung arbeiten und einen immer grösseren mitfinanzieren müssen.

Was der Vorsorge ein neuer Generationenvertrag ist, ist bei den Krankenkassenprämien die Rückbesinnung auf den Versicherungsgedanken, die Solidarität – das ist kein Altruismus: Niemand weiss, wie lange er gesund bleibt.

Und bei allem Respekt: Niemand lebt gesünder aus Rücksicht vor der Kostenexplosion im Gesundheitswesen. Es ist zudem nicht nur die gewählte Lebensführung, die es etwa erlaubt, eine höhere Franchise zu wagen. Es ist auch ein Glück. Und den Glücklichen unter uns darf das etwas Solidarität wert sein.

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