Kommentar

Der Umweltschutz gedeiht weiter

«Die Schweiz und ihre Wirtschaft sind über die Jahrzehnte ökologischer geworden.»

«Die Schweiz und ihre Wirtschaft sind über die Jahrzehnte ökologischer geworden.»

Die FDP legt zu, die Grünen serbeln ab – diese Tendenz haben verschiedene Kantonalwahlen offenbart. Trotzdem: Auch wenn im Zuge der Frankenstärke Wirtschaftsthemen wichtiger werden, bleibt die Hinwendung zum Ökologischen ein beständiger Megatrend.

Von Bill Clinton haben wir gelernt: «It’s the economy, stupid.» An erster Stelle stehen Arbeitsplatzsicherheit und die Aussicht auf mehr Lohn. Alle anderen Themen haben in der Politik erst dann Konjunktur, wenn die Wirtschaft wirklich brummt. 

Mit dem Schlagwort von der «Ökonomie statt Ökologie» wird auch die aktuelle grüne Flaute erklärt: Spätestens seit dem Frankenschock vom Januar zählen in der Politik ausschliesslich Wirtschaftsfragen. So haben denn zunächst die grünen Kräfte bei verschiedenen kantonalen Wahlen Verluste eingefahren.

Ebenfalls wird jetzt auf eidgenössischer Ebene ökologischen Anliegen weniger Bedeutung beigemessen.

Geht es mit dem Umweltschutz hierzulande also bergab? Bill Clintons Weisheit ist erfreulicherweise nicht die einzige.

Ein anderer Lehrsatz stammt aus der Soziologie, und der besagt: Wichtige gesellschaftliche Entwicklungen zeichnen sich dadurch aus, dass sie nicht linear voranschreiten.

Im Gegenteil: Von einem echten strukturellen Trend kann man erst dann sprechen, wenn er Gegenbewegungen provoziert und auf diese Weise zwar nur allmählich voranschreitet, dafür umso tiefer greift.

Ein Beispiel: In den Chefetagen der Schweizer Wirtschaft gibts nicht tagtäglich mehr Frauen, und manche weibliche Führungskraft wird wieder durch einen Mann ersetzt – in den letzten Jahren ist der Frauenanteil gleichwohl kontinuierlich gestiegen.

Oder eben: Der Umweltschutz geniesst in der Gesetzgebung nicht immer oberste Priorität – trotzdem sind die Schweiz und ihre Wirtschaft über die Jahrzehnte ökologischer geworden. Es gibt keinen Grund zur Annahme, dass sich dieser grundsätzliche Trend nicht auch in Zukunft fortsetzt.

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