Terror in Paris

Der grosse Preis der Freiheit

Gemeindepolizisten können nun ihre Dienstwaffe auch zivil tragen, und die Spezialeinheiten erhalten aussergewöhnliche Polizeivollmachten fern jeder Justizkontrolle.

In Frankreich fallen Tabus, über die jahrelang debattiert worden war:

Gemeindepolizisten können nun ihre Dienstwaffe auch zivil tragen, und die Spezialeinheiten erhalten aussergewöhnliche Polizeivollmachten fern jeder Justizkontrolle.

Eine neue Zeit bricht für uns alle an, eine Zeit der latenten, aber ständigen Bedrohung, gegen die schöne (oder unschöne) Worte allein nicht mehr helfen. In Frankreich fallen Tabus, über die jahrelang debattiert worden war.

Die Schockwellen nach den Pariser Anschlägen wollen nicht verebben. Langsam schält sich aus der Masse der Meldungen eine Einsicht heraus: Eine neue Zeit bricht für uns alle an, eine Zeit der latenten, aber ständigen Bedrohung, gegen die schöne (oder unschöne) Worte allein nicht mehr helfen.

In Frankreich fallen Tabus, über die jahrelang debattiert worden war: Gemeindepolizisten können nun ihre Dienstwaffe auch zivil tragen, und die Spezialeinheiten erhalten aussergewöhnliche Polizeivollmachten fern jeder Justizkontrolle. Und die Franzosen sind laut Umfragen bereit, sogar ihre Freiheiten einzuschränken, um ihre Sicherheit wiederzugewinnen.

In Syrien, der Brutstätte des heutigen Terrorismus, bewegen sich die Dinge ebenfalls: Paris – bisher auf Anti-Assad-Kurs – und Moskau – pro Assad – sprechen nun ihre Militäreinsätze ab. Nach den «Gegenschlägen» aus der Luft, die François Hollande in der ersten Wut über die Attentate anordnete, reift in Paris die Überzeugung, dass spezialisierte Bodentruppen wohl unvermeidlich sind.

Die Franzosen wollen, dass ihre Regierung innen- wie aussenpolitisch handelt, durchgreift, ja zuschlägt. Umso auffälliger ist, dass bisher von links bis rechtsaussen keine Misstöne zu hören waren. Selbst Marine Le Pen poltert nicht mehr. Die neue Zeit ist zu ernst. Die Franzosen wollen keinen «Patriot Act», kein Kriegsgeheul. Sie verlangen ein überlegtes, europa- und weltweit koordiniertes, aber entschlossenes und effizientes Vorgehen gegen den Feind. Das ist der Preis der Freiheit. Und die Antwort auf die 132 Todesopfer von Paris.

ausland@azmedien.ch

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