Die Schweizer Uhrenhersteller sind in einer komfortablen Position. Anders als in der Krise in den 1980er-Jahren, als die Japaner mit ihren billigen Quarzuhren das Feld von hinten aufrollten. Das gilt für die kleinen Manufakturen, aber auch für die ganz grossen Konzerne. Ihnen allen werden die Uhren in Asien und in den USA aus den Händen gerissen. Sogar die Swatch erlebt derzeit ein regelrechtes Revival.

Erstaunlicherweise konnten die Schweizer Firmen innerhalb von wenigen Monaten valable Alternativen zu den Smartwatch-Angriffen aus Cupertino, dem Hauptsitz von Apple, präsentieren. Uhren, die ein Stück weit nach Smartwatch aussehen und doch klassische Zeitmesser bleiben. In diese Richtung geht die kleine Mondaine, aber auch die grosse Swatch Group, deren «intelligenteren Uhren» nächste Woche präsentiert werden.

Das Rennen um den begehrten Platz am Handgelenk ist jedoch noch lange nicht gelaufen. Wie gewaltig die Marketing-Maschinerie von Apple ist, wie innovativ ihr Produkte-Design, haben wir in den letzten Jahren verfolgen können. Der Apple-Konzern, der Ende der 90er-Jahre selbst in die Krise rutschte, ist heute das wertvollste Unternehmen der Welt. Kommt hinzu: Die Technologiefirmen, sei es Apple, Google, Amazon oder Microsoft, setzen nicht nur auf Produkte, sondern wollen die Kunden in ihre Welten hineinziehen. Das geht von Musik-Angeboten und Suchmaschinen bis hin zu Auto-Steuerungen. Uhren sind hier nur ein Teil dieser Welt. Was die Schweizer Hersteller hier anzubieten haben, bleibt abzuwarten.