Abgas-Skandal

Bundesamt sorgt für Chaos bei VW-Haltern

Lädiert: Das Image von VW.

Lädiert: Das Image von VW.

Im Abgas-Skandal herrscht weiter Chaos. Das ist vor allem für Kunden ein Problem. Noch immer ist nicht ganz geklärt, welche Modelle und Baureihen der VW-Marken betroffen sind. Fest steht nur, dass in der Schweiz rund 130000 Fahrzeuge betroffen sind.

Das Bundesamt für Strassen (Astra) hat die Verunsicherung für Fahrzeughalter weiter befeuert. Am Freitag hat die Behörde eine Verfügung angekündigt. Den betroffenen Modellen solle die Typengenehmigung vorsorglich entzogen werden, bis Klarheit über mögliche Manipulationen bestehe. Nicht betroffen seien bereits in Verkehr gesetzte Fahrzeuge. Fortan hüllte sich die Behörde in Schweigen – und liess die Medien darüber spekulieren, ob nun der Occasions-Markt von dieser Massnahme ausgenommen ist oder nicht. Erst kurz vor 20 Uhr gab das Astra gestern Abend dann insofern Entwarnung, als es mitteilte, dass Occasionen nicht mitgemeint seien.

Dass VW-Modelle mehr Schadstoffe in die Luft blasen als vom Hersteller angegeben, ist ein Skandal. Dieser muss schonungslos aufgeklärt werden. Der in Aussicht gestellte Zulassungsstopp des Astra verunsichert aber nicht nur, sondern ist erst noch wenig wirkungsvoll. Die Autos stossen zwar mehr Schadstoffe aus, sind aber sicher und fahrtauglich. Und: Sie sind schon seit Jahren unterwegs. Auf ein paar Tage kommts nicht an.

Dass ausgerechnet eine Behörde, die unlängst durch ein ausser Kontrolle geratenes Informatik-Projekt Schlagzeilen machte, den Musterschüler gibt und mit Sanktionen aufwartet, riecht nach Aktionismus. Das Astra täte gut daran, abzuwarten, bis der Sachverhalt besser aufgeklärt ist, anstatt selber zum Chaos beizutragen.

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