Als Ostschweizer trinke ich gerne Thurgauer Süssmost. Doch fast noch lieber mag ich Appenzeller Bier. Beides sind ohne jeden Zweifel Schweizer Produkte. Mit Schweizer Liebe und Schweizer Tradition in der Schweiz hergestellt.

Doch geht es nach den Beamten in Bern, darf das Appenzeller Bier schon bald nicht mehr Appenzeller Bier heissen. Gleich könnte es auch dem Bärner Müntschi und dem Basler Basiliske Bier ergehen. Denn die Beamten sind der Meinung, dass ein Schweizer Bier nur dann ein Schweizer Bier sei, wenn es mit Quell- oder Mineralwasser gebraut ist. Nimmt der Braumeister aber normales Schweizer Leitungswasser, wie das in vielen lokalen Brauereien der Fall ist, so zähle das nicht. Mit Verlaub: Bei solchen Beamten ist Hopfen und Malz verloren.

Hintergrund des Streits ist die Angst der Schweizer Bauern vor chinesischem Apfelsaft. Sie fürchten, dass Händler Apfelsaftkonzentrat importieren, es mit Schweizer Wasser verdünnen und als Schweizer Süssmost verkaufen. Abgesehen davon, dass die vorgesehene Regelung das nicht verhindern könnte: Eine Verordnung, die den Unterschied zwischen chinesischem Apfelsaft und Schweizer Bier nicht kennt, ist das Papier nicht wert, auf das sie gedruckt ist.

Die Berner Bürokraten müssen sich nach der Wirklichkeit richten. Nicht die Wirklichkeit nach den Bürokraten.

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