Waldbrände, Überschwemmungen nach heftigen Regenfällen und Wirbelstürme sind Naturereignisse mit Ankündigung. Die Menschen können versuchen, sich davor zu schützen – was oft auch gelingt. Bebt dagegen die Erde, gerät alles innert Sekunden aus den Fugen.

Die Folgen können bei heftigen Erdstössen katastrophal sein. Wer sich am falschen Ort im falschen Gebäude befindet, möglicherweise gar im Schlaf überrascht wird, ist schnell einmal dem Tod geweiht. Und wer überlebt, dem brennt sich der Horror in der Seele ein. Betroffene leiden nicht selten Jahre danach an Schlafstörungen und selbst Augenzeugen, die in einem schwankenden Wolkenkratzer von Tokio bloss den Kaffee verschüttet haben, erzählen noch lange mit grösster Ehrfurcht von den Schreckensmomenten.

All dies hinterlässt selbst bei Nichtbetroffenen diffuse Ängste. Wer etwa auf der Durchreise in Los Angeles markante Risse im Mauerwerk des Hauses entdeckt, erhofft sich unwillkürlich eine ruhige Nacht und wacht bereits beim geringsten Rumpeln auf.

Es gibt etliche besonders erdbebengefährdete Gebiete. Verteilt sind sie rund um den Erdball. Man weiss, wo sie liegen. Was man nie weiss, wann sich im Innern unseres Planeten etwas zusammenbraut und die Oberfläche erzittern lässt. Glücklich schätzen kann sich, wer an exponierten Lagen genügend finanzielle Mittel zur Verfügung hat, um die Bauweise den lauernden Gefahren anzupassen. In Nepal ist dem nicht so. Entsprechend angewiesen sind die Betroffenen jetzt auf unsere Hilfe.

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