Zwei Emotionen leiten die Börsianer: Angst oder Mut. Am Montag nahm die Angst überhand, viele Anleger von China über die USA bis hin zu uns in die Schweiz verloren den Mut, verkauften Aktien im grossen Stil. «Ein Blutbad» nennen dies die Aktienhändler, wenn ihre Bildschirme nur noch rote Zahlen zeigen.

Ist der Pessimismus berechtigt? Oder wollten die Profis, die in den letzten Jahren massiv vom Börsenaufschwung profitiert hatten, Kasse machen? Ihre Schäfchen ins Trockene bringen. Vieles spricht längerfristig für eine wirtschaftliche Erholung in Europa, aber vor allem in den USA. Doch wie robust diese ist, das ist unklar. Hier gilt es, die nächsten Tage abzuwarten. Bis Klarheit darüber herrscht, wird es eine holprige Achterbahnfahrt bleiben. Gut möglich, dass die Aktienmärkte bis Ende Woche noch einmal einen Taucher machen.

Die Aktienmärkte sind abhängig davon, was die Notenbanken entscheiden. Wird die Notenbank in China weiterhin den Yuan schwächen? Wird die Notenbank in den USA Mitte September die Zinsen erhöhen? Darüber herrscht noch viel Unsicherheit. Gewissheit, das ist die wirklich schlechte Nachricht des Tages, gibt es in einer Hinsicht: Für die Schweizer Wirtschaft bleibt die Lage angespannt. Läuft es in China und in den USA schlecht, bleiben die Aufträge aus, stagnieren die Exporte. Lassen die USA die Zinsen tief, bleibt der Franken auf absehbare Zeit stark. Mit dem milden Sommerwetter ist es definitiv vorbei. Dieser Herbst wird zumindest an den Börsen stürmisch.