Kommentar

Abhängigkeit ist weniger smart

Nick Hayek mit der neuen Swatch Touch Zero One

Nick Hayek mit der neuen Swatch Touch Zero One

Viele hatten erwartet, dass der extrovertierte Swatch-Chef Nick Hayek seinen Hut in den Ring wirft und mit einer eigenen Smartwatch gegen Apple, LG und Co. antritt. Doch es kam anders.

Was Hayek gestern verkündete, war eine klare Absage an das derzeit so heiss diskutierte Prinzip der Smartwatch. Denn dieses schafft vor allem eines: Abhängigkeit.

Wer eine Apple Watch besitzt, muss sein iPhone stets dabei haben. Die Smartwatch von LG und Co. verlangt nach einem Android-Handy. Und allesamt sind so süchtig nach Strom, dass sie nach wenigen Tagen ohne Steckdose bereits schlappmachen.

Die Armbanduhr steht seit je für das Gegenteil, nämlich für Unabhängigkeit und Mobilität. Solange es also keine besseren Akkus gibt, müssen sich die Uhren- und die Elektronikhersteller entscheiden: Setzen sie auf das Prinzip der Armbanduhr oder auf einen zweiten Bildschirm für das Smartphone – denn nichts anderes sind die heutigen Smartwatches.

Swatch-Chef Hayek hat sich entschieden. Er drängt nicht in den derzeit so gehypten Markt der Smartwatches, sondern er macht das Gegenteil: Er lässt die Uhr smart werden, indem er das klassische Prinzip beibehält und um Nützliches erweitert.

Wo Apple die Abhängigkeit erhöht, bietet Hayek mit seinem Ansatz Mobilität und Funktionalität. Smarte Watch also, statt Smartwatch.

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