Vier Fünftel der Bevölkerung lebten 1830 von der Landwirtschaft. Fünfzig Jahre später war es nur noch knapp die Hälfte. Die andere Hälfte arbeitete schon in Fabriken. 

Die Massenproduktion ersetzte handwerkliche Tätigkeiten. Diese erste industrielle Revolution hinterliess ihre Spuren. Neue Berufsbilder entstanden, alte gingen verloren.

Begleitet wurde diese Umwälzung von hoher Arbeitslosigkeit, sozialem Elend, brutalen Revolutionen. Nun stehen wir erneut vor einer solchen Zeitenwende.

Ausgelöst von der inzwischen vierten industriellen Revolution, Industrie 4.0 genannt. Es geht dabei um die zunehmende Digitalisierung und Automatisierung. Diese umfasst immer mehr Lebensbereiche und verändert unseren beruflichen Alltag.

Auch diesmal stellen sich nicht nur technische, sondern auch soziale Fragen. Wenn Roboter alles übernehmen, was machen denn wir Menschen eigentlich noch? Wie stark ist die Stabilität der Gesellschaft gefährdet, wenn die Mittelklasse erodiert? Wer konsumiert dann die Produkte, die die Roboter herstellen? Welche Ausbildung wird den neuen Anforderungen gerecht? Wer erhält welchen Lohn und vor allem wofür? Was heisst das für die Frage der Geschlechtergerechtigkeit? Und zuletzt: Wie entwickelt sich unsere Demokratie?

Die Ausgangslage für die Schweiz ist gut. Diesen Vorteil sollten wir ausnützen. Doch wir müssen es richtig anpacken. Den Menschen, die sich als Verlierer dieser Wende sehen, Hoffnung geben. Dann könnte sich die Umwälzung auch als grosse Chance erweisen.