Die meisten Schlepper sind Verbrecher. Das gilt nicht nur für den Fahrer des Lastwagens, der Dutzende Flüchtlinge auf der Autobahn in Österreich ersticken liess und sich aus dem Staub machte. Es gilt genauso für jene, die den Menschen ihr letztes Geld abnehmen und sie – noch weit vor der Grenze – irgendwo im Wald absetzen. Oder, wie in Mazedonien geschehen, in einen Güterzug locken und dann einfach auf ein Abstellgleis schieben. Auch ordinäre Räuber sind darunter, die Familien bedrohen und bestehlen. Sogar Kidnapper, die ihre Opfer so lange festhalten, bis sie neues Geld herbeigeschafft haben.

Wer sich über dieses Gesindel glaubwürdig empören will, sollte aber wenigstens damit aufhören, ihm Flüchtlinge regelrecht in die Arme zu treiben. Schlepper haben nur da Erfolg, wo man legal nicht weiterkommt. Überteuerte Zug- oder Busfahrkarten von einem Vorstadtgauner kauft nur, wer am Schalter keine kriegt. Auf die Ladefläche eines Lastwagens mit vierschrötigem Fahrer steigt nur, wer fürchten muss, aufgegriffen und zurückgeschickt zu werden.

Würde die Polizei die kriminellen Basare an den Grenzen oder vor den Hauptbahnhöfen gezielt zerschlagen, wäre ihr der Beifall der Opfer sicher. Es wäre auch schon hilfreich, an den kritischen Grenzübergangsstellen und an den Sammelpunkten der Flüchtlinge Anlaufstellen einzurichten, die Notversorgung und Auskünfte anbieten. Zurzeit wird das als Beihilfe zum illegalen Grenzübertritt kriminalisiert. Das ist unnötig und unsinnig.