FIFA

Es gibt nur ein Ziel: das Bild mit Blatter in Handschellen

US-Justizministerin Loretta Lynch informiert in Zürich über die Ermittlungen im Fall Fifa.

Amerikaner träumen gerne im ganz grossen Bild. Das Selbstverständnis der Weltmacht spricht aus fast jedem Gesicht. Und natürlich ist da Justizministerin Loretta Lynch keine Ausnahme. Lynch, ja die ganze USA, träumen von diesem einen Bild: Sepp Blatter in Handschellen. Der vielleicht mächtigste Funktionär der Sportgeschichte plötzlich völlig machtlos. Gestürzt von der US-Justiz.

Gut dreieinhalb Monate nach den spektakulären Verhaftungen von sieben hohen Fifa-Funktionären in Zürich laufen die Ermittlungen der US-Justiz und der
Schweizer Behörden hochtourig. Neuigkeiten gibt es kaum. Das ist verständlich für einen Fall dieser Dimension. Lynch ging es bei ihrem Auftritt in Zürich, im Auge des Fifa-Orkans, denn auch um etwas ganz anderes: Sie wollte der Welt in Erinnerung rufen, dass die Fifa-Ermittlungen gedeihen. Es ist kein Zufall, dass ausgerechnet am Wochenende vor ihrem Besuch neue Dokumente aufgetaucht sind, die Blatter mit Korruptionsvorwürfen belasten. Lynch brauchte den Namen «Blatter» gar nicht in den Mund zu nehmen – er schwebte gleichwohl ständig durch den Saal.

Natürlich wirkte einiges ziemlich inszeniert gestern Nachmittag. Allein, dieses Vorgehen ist der Weltöffentlichkeit bestens bekannt – von der Fifa, von Blatter selbst, jahrelang, immer dann, wenn es darum ging, die Hände in Unschuld zu waschen. Nun kosten die Korruptions-Gegner die Aufmerksamkeit etwas aus. Es ist ihnen nicht zu verübeln.

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