Dohners Seitenblick

Weiblicher Rap in Kabul

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Wenn westliche Kultur in einer nicht-westlichen Kulturlandschaft Einzug hält, wird das allgemein skeptisch beurteilt. Und hier?

«Hört meine Geschichte an», singt Sosan Firooz, «hört, was ich erlitt.» Sosan Firooz (23) ist Afghanistans erste Rapperin. Sie macht Geschichte damit, zumal in einem Land, wo Männer nur mit Stirnrunzeln zusehen, wenn sich Frauen auf die Bühne begeben.

Firooz sagt, alles Elend habe sie schon als Flüchtlingskind erfahren. Ihre Familie floh vor dem Bürgerkrieg und dem Regime der Taliban in den benachbarten Iran. «Ich erinnere mich», erzählt sie, «wie wir als ‹schmutzige Afghanen› verhöhnt wurden auf der Flucht.» Vor sieben Jahren kehrte sie mit ihrer Familie in die Heimat zurück. «Wer geht», singt sie, «wird bald die Heimat vermissen.»

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