Der Seitenblick

Tageslicht!

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Sich vorzustellen, man sei lebendig begraben...

Die Proteste in Bangladesch gehen weiter. Noch immer werden Menschen unter den Trümmern der Textilfabrik geborgen, die vor drei Tagen eingestürzt war. Glück hatte auch Mohammad Altab. Ihn hatte man rechtzeitig gefunden, eingekeilt zwischen Steinen, neben zwei Leichen.

Es braucht eine eigenartige Kühle, wenn man als Fotograf einen Unglücklichen in dieser Lage abbildet. Anderseits vermittelt es ein Gesicht zum so oft gehörten Begriff «verschüttet». Jedermann kann nachfühlen, welch entsetzlicher Zustand es sein muss, lebendig begraben zu werden, und auf sich allein gestellt, absolut hilflos, zu bangen, ob man rechtzeitig noch gefunden wird. Kann dann die Erlösung, eine Katastrophe überlebt zu haben, so stark sein, dass man die Angst und die Agonie zuvor wieder restlos vergisst?

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