Venezuela hat Snowden Asyl angeboten. Vielleicht ist Snowden auch bereits in Managua, Nicaragua. Mit geschwärzter Visage – Schweizer Füselveteranen wissen, dass dafür ein angekokelter Zapfen genügt. Und mit Panamahut – Cowboyhüte sind verdächtig, seit sich High-Tech-Drohnen davon täuschen liessen. Osama Bin Laden trug als letzter Cowboyhut.

Und spätestens jetzt bin ich direkt mit der amerikanischen NSA in Fort Meade verbunden: «Hi Guys.» Seit den drei Buchstaben OSA ... – Hält die NZZ eigentlich deshalb an der kurios schulmeisterlichen Schreibweise «bin Ladin» fest? Weil sie so noch durchschlüpft bei den Rechnerrechen, die angeblich nur bei Schlagworten fiepen?

Ähnlich müden Galgenhumor verströmen zurzeit alle Witze, die über die gigantische amerikanische Schnüffelei kursieren. Ein Kollege sagt, ihm sei zu Hause die Festplatte kaputtgegangen. Die Reparatur könne er sich nicht leisten.

Billiger käme jetzt ein Anruf bei der NSA: «Dear Patriots, könnten Sie mir die Daten freundlicherweise retour beamen, als Zip?» Ein anderer will die Reisebüro-Kompetenz der NSA nutzen: «Sie kennen alle Visa-Bestimmungen von Russland bis Lateinamerika. Was muss ich tun, um meinen Gabelflug störungsfrei abzuwickeln?»

Ein letzter: «Am Züri-Fäscht wollte mir eine Alice aus Fischbach-Göslikon ihre Nummer geben, als wir im Gmoscht auseinandergedrückt wurden. Bitte teilen Sie mir Alices Nummer kostenfrei mit. Sie kriegen dafür von mir ein big Smile beim nächsten Überflug Ihres geilen Scannersatelliten.»

Im Galgenhumor steckt jener Ort, wo er entstand. Das heisst: Die Leute schaudert jetzt wirklich bis auf die Knochen. Die Horrorvision von Romanen und Science-Fiction-Filmen ist über Nacht wahr geworden.

Jeder ist jederzeit überwacht oder kann total überwacht werden. Dafür genügt eine Schutzbehauptung: Security. Darüber am meisten lachen würde «Tricky Dick» Nixon. Sein Watergate-Abhören 1972 war noch Tonband-Gebastel von Amateuren.