Die Freitags-Kolumne

Englisch unter grünen Zwergen

Wohin wollen sie denn gehen?

Wohin wollen sie denn gehen?

Warum gute Englischkenntnisse? Auf dem Mars? Reden denn grüne Marsianer so?

Englischkenntnisse sind eine der Voraussetzungen, um auf den Mars zu fliegen. Das wird vielleicht ein Trip ohne Beispiel. Aber es bleibt auch ein Trip ohne Rückkehr. Denn das ist eine noch härtere Bedingung als Englisch: Wer mitfliegen will zum Mars, der kann der Erde «Goodbye» sagen. Oder singen wie Bob Dylan: «But goodbye’s too good a word, gal.

So I’ll just say fare thee well. – Tschüss ist ein zu schönes Wort, Mädchen. Drum sage ich einfach: Mach’s gut!»

Wollen Sie auf den Mars? «Ja, vielleicht.» Wollen Sie nie wiederkehren? «Eher nicht.» Wie viele würden hinfliegen, exakt mit der Aussicht, keine zu haben, je zur Erde zurückzufinden? Halten Sie sich fest: Das wollen mehr als 200’000 Leute. Menschen von überall, aus 140 Ländern. In einer ersten Runde wurden inzwischen 1058 unter ihnen ausgewählt. In einer weiteren Casting-Auswahl soll die Zahl auf schliesslich 24 reduziert werden. Natürlich wird erkoren via Fernsehen.

«Mars One», eine niederländische Organisation, rekrutiert die Erdmüden und Marseuphoriker. Ab dem Jahr 2025 will «Mars One» sechs vierköpfige Gruppen auf dem Planeten absetzen. Sie sollen dort eine Kolonie aufbauen. Die Reise dahin dauert sieben Monate. Die Strahlung unterwegs sei stark, die Landung ruppig, die Temperatur kein Vergleich mit der palmenbestandenen Karibik, ja nicht einmal mit Grönland: satte 63 Grad minus. Wer den Kopf mal rausstreckt, schluckt Luft aus schädlichem Kohlenmonoxid. Im Vergleich dazu ist ein Wochenende in der hauseigenen Garage bei laufendem Motor ein Wellness-Weekend. Grün ist ausser der Lederhaut der dort ansässigen Schrumpelzwerge nun wirklich nichts.

Es gibt trotzdem Lunatiker, die partout auf den Mars wollen. Man kann sich offenbar freiwillig auch durchwursteln bis zum Tod in einer Aluminium-Box inmitten einer rostroten Wüste. Gute Reise! Oder wie Dylan sang: «Where I’m bound, I can’t tell» – ja: Wohin es einen verschlägt, kann niemand sagen.

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