Terroristen sind Leute, welche Unbeteiligte aus dem Hinterhalt angreifen. Warum tun sie das? Aus Ohnmacht, weil sie im bewaffneten Kampf für ihre Ziele keine Chance haben, oder aus Berechnung, dass der Feind geschockt und im Innern beschädigt den Kampf aufgibt?

Mit Terroristen soll man nicht verhandeln. Das würde bedeuten, dass man ihr Vorgehen billigt. Das ist richtig. Das ist aber auch falsch, weil über die Ziele gar nichts gesagt wird. Nationalitätenkonflikte wie die zwischen der IRA und Grossbritannien oder der ETA und Spanien wären so a priori nicht lösbar.

Offenbar ist Differenzierung nötig. Im konkreten Fall ist der Terrorist ein Krimineller. Hier gibt es nichts zu verhandeln. Im grossen Szenario wird man sich fragen müssen, ob es eine Lösung des Problems gibt. Ob es sich lohnt, dafür eine zu suchen. Im Nahost-Konflikt hat man schon einmal eine Lösung gesehen, jetzt ist eher keine mehr in Sicht. Über die Existenz Israels lässt sich nicht verhandeln. Über einen Palästinenserstaat schon eher.

Auch historisch lohnt es sich zu differenzieren. Ist Pierre Grabers Alleingang ein feiges Einknicken? Oder ein pragmatischer Entscheid, dass man in einer Krise mit allen Leuten reden soll, die helfen können? Politisch war es mindestens höchst riskant, rechtlich immer ein Kollateralschaden, wenn man Zugeständnisse macht. Aber wenn es um Menschenleben geht? Dass Kriminelle wie die Attentäter von Würenlingen unbehelligt davonkommen, ist für Betroffene unerträglich. Eine offene Wunde. Aber wäre es für sie besser, wenn es noch mehr Betroffene geben würde?