Pizza-Tour

Die Heimat naht, die Preise steigen

Mit dem Velo durch den Bahntunnel nach Bonassola

Mit dem Velo durch den Bahntunnel nach Bonassola

Wir kommen nach Norditalien. Man merkt es. Die Preise steigen. Besonders hier, in den Cinque Terre, wo die Schweizer und die Deutschen so gern wandern gehen. Sie kommen ja trotzdem, denn es ist wirklich sehr schön hier.

Freitag, 7. September. Heute Nachmittag baden wir in Bonassola, in den Cinque Terre, im angenehm warmen Meer. Gestern Nachmittag fand das Nachmittagsbad in demselben Meer in Marina di Massa statt. Vorgestern stromerten wir noch durch Lucca. Dazwischen liegen nur ein paar dutzend Kilometer. Aber interessanterweise gibt es auf dieser Strecke auch eine Preissteigerung auf den Restaurant-Speisekarten von um die 30%!

Tips für die Restaurant-Wahl

Gestern noch hätte ich jeden ausgelacht, der behauptet hätte, in Italien sei das Essen teuer. Mit etwas Erfahrung - Erfahrung ist bekanntlich die Summe der gemachten Fehler - isst man in Italien gut und günstig, wenn man drei einfache Grundregeln beherzigt:

1. Meide Restaurants mit Touristen-Menus und fünfsprachigen Speisekarten.

2. Meide Lokale, die sich als «Ristorante» deklarieren, aber gleichzeitig Pizzas anbieten.

3. Gehe dorthin, wo die Italiener essen gehen.

Wenn man sich an diese Regeln hält, ist wohl ähnlich schwierig, in Italien ein schlechtes Restaurant zu erwischen, wie in England ein gutes. Wir haben es mit dieser Strategie bisher geschafft, auch in den als teuer verschrienen Städten Venedig, Florenz und Rom zu vernünftigen Preisen sehr gut zu essen.

Italiener sind eher kritische Esser

Die Begründung für Regel 3 (nur ganz, ganz leicht verallgemeinert): Italiener essen am liebsten, daher fast nur, italienisch. Sie sind aber sehr kritische Esser - so gut wie bei Mama schmeckt es ohnehin fast nirgends. Fazit: Ein schlechtes Restaurant überlebt mit italienischer Kundschaft nicht lange.

Einfacher geht's mit der Bahn

Nach Bonassola sind wir übrigens in zweifacher Hinsicht dank der Bahn gekommen: Zum Einen bietet sich der Zugtransport ab La Spezia durch den Monte Parodi als pragmatische Lösung an. Zum andern führt von Levanto nach Bonassola ein herrlicher Radweg auf einer stillgelegten Eisenbahnstrecke.

Nun sitzen wir hier in diesem eher unbedeutenden aber sehr malerischen Nest mit einem kleinen Strand, vielen Wanderwegen und etwas touristischer Infrastruktur: Ungefähr je fünf Hotels, B&B, Restaurants und Bars. Und wir wundern uns über die stolzen Preise und fragen uns ernsthaft, ob uns besagte Restaurant-Regeln über den Abend helfen werden. Vielleicht muss ich diese Nacht meine Meinung revidieren: In Italien isst man günstig - allerdings nicht überall.

Die kurze Fahrt in den teuren Norden: Marina di Massa - Bonassola, 46 km, 153 Hm

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