Überflüssige Operationen

Den Ärzten droht der Vertrauensverlust

Ärzte operieren einen Patienten. (Symbolbild)

Ärzte operieren einen Patienten. (Symbolbild)

Medizin ist keine exakte Wissenschaft. So lässt sich nicht immer abschliessend beurteilen, ob eine Operation notwendig ist oder nicht.

Wenn etwa bei Krebspatienten Bestrahlung und Chemotherapie anschlagen, ist trotzdem nicht auszuschliessen, dass sich Metastasen bilden und deshalb eine Operation sinnvoll wäre. Der Arzt muss diese Gefahr berücksichtigen. Allerdings ist es ebenso wichtig, den Betroffenen über die Risiken eines jeden Eingriffs aufzuklären.

Der Entscheid darüber muss beim Patienten liegen. Das Recht auf körperliche Unversehrtheit gilt auch in der Medizin: Patienten sind weder Versuchskaninchen noch Geldmaschinen. Der Patient muss selber abwägen können, ob er mit den Risiken der Therapie leben will. Oder ob er es vorzieht, auf die Therapie zu verzichten und mit der Krankheit auszukommen.

Um eine solche Entscheidung zu fällen, ist der Rat des Arztes massgebend. Doch leider tragen schwarze Schafe dazu bei, dass an der Glaubwürdigkeit des ganzen Berufsstandes gezweifelt wird. Weil schwarze Schafe nicht auszumerzen sind, muss der Nutzen eines jeden Eingriffs grundsätzlich hinterfragt werden. Eine Gruppe von Medizinern hat einen ersten Schritt getan, indem sie von fünf häufigen (und auch lukrativen) Behandlungen abrät, deren Wirkung entweder nicht belegt oder sogar kontraproduktiv ist. Damit sich die Empfehlung in der Ärzteschaft durchsetzt, müssen Fehlanreize getilgt und muss der Druck von den Ärzten genommen werden. So haben diese Zeit, um sich mit den Menschen auseinanderzusetzen.

Meistgesehen

Artboard 1