Am Sonntag lief «Don Camillo und Peppone» im Fernsehen. Wunderbar, wie Kommunisten und Katholen sich dort in den Nachkriegsjahren die Köpfe einschlugen – und doch vertrugen. Es war ein Kampf um Theorie und Praxis, der eine kämpfte für die Renovation des Glockenstuhls, der andere für den Bau eines Volkshauses.

Charakterköpfe prägten auch die Solothurner Politik. Jetzt treten zwei ab, die es wie Camillo und Peppone faustdick hinter den Ohren hatten: der CVP-Mann Walter Straumann und sein freisinniges Pendant Christian Wanner. Zwei, deren Kopf man automatisch mit Politik verband. Wie ein Berserker kämpfte Straumann für seine Umfahrungsstrassen – und wehe, man kritisierte diese als «Stummellösung» – dann meldete er sich, stauchte auch mal einen verbal zusammen. Weil er seine Projekte mit Haut und Haaren lebte. Weil er Politik nicht als Verwaltung von Varianten betrieb, sondern von seiner Sache überzeugt war. Bei Wanner dasselbe.

Wanner und Straumann waren starke Köpfe mit klaren Botschaften. Jetzt braucht der Kanton eine neue Regierung. Neue Köpfe hängen zwar überall rum, aber keiner fordert uns heraus. Peinlich berührt es, dass einzig die Grüne mit ihrem unsäglich unpolitischen Slogan «Bio, Bodenständig, Blond» wenigstens einen Moment lang zu reden gibt. Mehr ist der Kalauer auch nicht wert.

Die neuen Köpfe haben – zumindest auf ihren Plakaten – keine Meinung. Sie wollen nur gefallen. Mit Fotos und Leerformeln. Keiner sagt, wie der Kanton mit der Alpiq umgehen soll. Keiner, ob man zum Erhalt des Stahlwerks Gerlafingen den Strom gratis geben soll. Keiner, ob die Abschaffung der Kleinklassen ein Fehler war, wenn die Schülerzahl in den neuen Klassen zu hoch ist.

Am 3. März soll ich wählen, aber ich kann mir einfach noch keinen Kopf merken. Am liebsten würde ich wieder Straumann und Wanner wählen. «Zwöi wo’s chöi.»