Auch wenn noch keine gesicherten Zahlen vorliegen: FDP und SVP haben in diesen Wahlkampf deutlich mehr Geld investiert als die Konkurrenz.

Monatelang ganzseitige Inserate von der FDP, seit Wochen lacht uns auch das SVP-Sünneli aus jedem grösseren und kleineren Schweizer Blatt entgegen.

Geld spielt eine untergeordnete Rolle, sagen Freisinnige und SVP. Der Bürger ist doch nicht käuflich. Ideen sind entscheidend, knackige Slogans, überzeugende Inhalte.

Anders argumentieren die Habenichtse von der CVP über die GLP bis zur SP und den Grünen: Der Kampf sei unfair, die Spiesse ungleich, die Massen beeinflussbar.

Schlimmer noch: Die Presse nehme sich dieser Ungleichheit nicht an, weil sie nicht in die Hand beisst, die sie füttert.

Ich danke an dieser Stelle FDP und SVP, dass sie meinen Lohn mitfinanzieren. Die SP oder die CVP haben leider reichlich wenig mitgeholfen, meine Stelle zu sichern.

Entsprechend böse müsste ich mit ihnen sein. Alles schlecht finden, was von links kommt. Regula Rytz kritisieren, Christian Levrat als unfähigen Dilettanten betiteln. Oder besser: ihn totschweigen.

Umso euphorischer sollte ich stattdessen jede Schnapsidee der SVP beklatschen, die Masseneinwanderungsinitiative bejubeln, über fremde Richter schimpfen. Blocher anbeten. Mörgelis Poster im Büro aufhängen. Und Philipp Müller, ja Philipp Müller hätte ich schon längst als den besten Parteipräsidenten der Schweiz abfeiern sollen.

Ich habe weder das eine noch das andere gemacht in der zu Ende gehenden Legislatur. Dennoch: Danke, liebe SVP, für die vielen farbigen Inserate. Gebt nächste Woche nochmals zünftig Gas. Glaubt an euch. Und an die unabhängige Schweizer Presse.